Oktober 2003

18.10.03 Nichts reimt sich auf “Ricken”

Man kommt am Parkplatz an und wird von angetrunkenen Bergarbeiterkindern mit so intelligent formulierten Parolen wie “Heute ficken wir 96 in den Arsch” begrüßt. Da haben sich 500 Jahre Inzucht ja mal richtig bezahlt gemacht.

Dass agressive Ruhrpott-Kinder, weil hyperaktiv durch versautes Genmaterial, aber nicht nur rethorisch gut drauf sind, bewies eine Gruppe von Becherwerfern. Wenn die eigene Mannschaft “nur” 5:1 führt, dann kann das ein geistig verwirrtes Kohlenkind, das seine Medizin nicht pünktlich eingenommen hat, schon mächtig böse machen! Deshalb haben drei ausserordentlich repräsentative Objekte der Gattung “schwarze Füße, gelbe Zähne”-BVB-Fans zu stimulierenden Maßnahmen gegriffen. Wütend über das knappe Torverhältnis (nicht zu verwechseln mit den Knappen aus Gelsenkirchen) warfen sie mit vollen Bierbechern und pöbelten dann noch die wütenden 96-Fans an. Lediglich das Verschütten von Bier reicht schon, um diese Vögel auf eine (gelb-)schwarze Liste zu setzen. Dass sie jedoch ohne körperliche Einbußen aus dem Stadion gekommen sind, ärgert mich. Darum für das nächste Spiel dieser Steckbrief, getreu dem Motto “Man trifft sich immer zweimal im Leben”:

Bei den drei Tatverdächtigen handelt es sich um sehr hässliche Exemplare. Wie man auf dem rechten Foto sieht, ist die leibhaftige Reinkarnation von Elvis unter den Tätern. Der rechte Gesuchte scheint einen Rausch im Stadion ausschlafen zu wollen, ist aber der Hauptverdächtige. Nummer Drei, der Wortführer der verbalen Beschimpfungen unserer Jungs, trägt ein auffälliges Basecap in weiss. Alle Gesuchten sind um die 150cm in gebückter Haltung (wegen Evolutions-Rückstand) und in der Altersgruppe von 18 bis 22 Jahren zu suchen. Bitte das Foto an die einschlägigen Therapiezentren und Förstern im Kreis Unna weiterleiten. Der nächste Gastverein wird es Ihnen danken!

Das vorhin genannte “icken”-Wort benutzten die Spieler des BVB 09 zwar nicht, aber in die selbe Körperöffnung wie die Fans uns “icken” wollten, traten uns Ewerthon, Koller, Ricken und der ehemalige 96er Sebastian Kehl. Sagenhafte Tore, Spannung, Ballgezauber und geniale Stimmung - All das war in Dortmund nicht zu erleben. Dafür aber ein grotenschlechter Kick der Roten, die in den ersten 20 Minuten mindestens ein Tor machen mussten. An dieser Stelle eine Aufgabe für die Mathegenies unter Euch: Was ist das für ein Winkel, wenn man zwei Meter vor dem Tor steht und 8 Meter steil darüber schießt?

Das Ergebnis waren dann leider 6 Tore für die Popo-Popper-Prolls und 2 Tore für die Gäste. Da traf unser wohl bester Amateur, Denis Wolf, zum ersten Mal in der Bundesliga. Wenn also ein Amateur der beste Spieler zu werden scheint, dann kann das kein gutes Omen sein.

Meine Copamundial-Karriere läuft weiter. In der zweiten Saison liege ich mit meinem paraguayanischen Verein Presidente Hayes an der Tabellenspitze mit 9 Punkten. Mein dänisches Team, Esbjerg FB, liegt nach drei Spielen mit 7 Punkten auf Platz 3!!! Aber dafür liege ich beim HAZ-Manager-Cup inzwischen irgendwo auf Platz 6500, was nicht wirklich erwähnenswert ist.

Eine Warnung noch: In Lemgo laufen nachts Wildschweine auf der Fahrbahn herum!!!

Gruß, Gengster.

25.10.2003 Ruhm und Reichtum dem Auserwählten

Am Reichtum werde ich noch lange arbeiten müssen, aber dem Ruhm bin ich schon ganz nahe. Nachdem meiner Veröffentlichung eines Fotos im Jugendherbergskatalog und einem Leserbrief in der Sportbild, habe ich nun ein weiteres Highlight meiner Karriere erreicht: Ich bin im aktuellen Bundesligamagazin namentlich erwähnt!!!

Der Anlass ist der aktuelle Fotowettbewerb, zu dem ich meinen bescheidenen Beitrag geleistet habe - Ein Foto des Herrn Simak in Kellner-Dress und Logo für sein Bistro.

oben: Das Heft, das mich noch berühmter macht

rechts: Die Seite, auf der ich dank des Logos (oben rechts) namentlich erwähnt wurde

Wie Ihr seht, ist es recht einfach, die von Andy Warhol versprochenen 15 Minuten Ruhm zu erlangen. Man muss nur wollen. Und gebt nicht auf, wenn Ihr mal zurückgewiesen werdet. Das habe ich auch erfahren müssen. So haben MAXIM und FHM bis heute nichts von meinen Leserbriefen, die sehr originell waren, gedruckt. Aber irgendwann klappt es mal. Autogramme bitte per eMail anfordern.

Dann war da ja noch so ein Fußballspiel. Erstens war es schweinekalt, zweitens pfiff Dr.Markus Merk die Partie zwischen 96 und den 36 Jahren älteren Herausforderern und drittens spielte Markus Schuler. Drei Gründe, die mir innerhalb von Minuten auf den Magen geschlagen sind. So wunderte mich nicht, dass das Spiel schon schlecht anfing. Trotz fragwürdiger Leistung schoss Mo Idrissou tatsächlich den Führungstreffer in der 34.Minute. Die Freude kannte keine Grenzen. Es wurde gefeiert, gesungen, geklatscht - genau eine Minute lang.

In der 35.Minute fiel schon der Treffer zum 1:1-Endstand. Das Blöde ist, dass das sogar gerechtfertigt war. Und Glück hatte 96 auch noch. Nachdem angeblich ein griechischer Spieler von Hannover, nennen wir ihn Kostas, am Boden lag, sah jeder im Stadion ein Foul eines Löwen. In der Zeitlupe wird aber klar, dass Herr K. selber einen Kopfstoß versucht hat und sich dann fallen ließ. Hätte rot geben müssen für Hannover, gab aber rot für 1860. Kurz darauf flog Thomas Christiansen vom Platz, weil er sich im Vorbeigehen bei einem Münchner eingehakt hat. Und so kurz der Bericht hier ist, das war wirklich schon alles Erwähnenswerte.

Lustig allerdings fand ich den Szenen-Applaus, als durchgesagt wurde, dass Schuler ausgewechselt wird. Wenn bei den Roten nicht in Köln ein Geistesblitz einschlägt, sieht es bitter aus. Denn danach kommt Bremen und dann fährt das Team zu den noch ungeschlagenen Stuttgartern. Wenn die Spiele also alle verloren werden, hat Hannover bald einen neuen Trainer. Aber wen? Kurt Jara sucht gerade einen Job, genau wie Ewald Lienen. Wenn wir Pech haben, bekommen wir einen der beiden. Dann dürfen die Karten für die zweite Liga schon bestellt werden.

Vorschau: Mittwoch spielt 96 in Braunschweig. Die haben gestern schon wieder nicht gewonnen und sind Achter in der Regionalliga Nord. Dürfte also zu schaffen sein. Obwohl...

Gruß, der berühmte Gengster.